𝔅𝔲𝔯𝔤𝔢𝔯-𝔐𝔢𝔦𝔰𝔱𝔢𝔯

Bevor es tiefer in diesen Beitrag geht... eine kleine Vorgeschichte;

bei uns (zuhause) gibt es ein paar ausgesprochene und unausgesprochene Werte. Wir gehen äußerst respektvoll mit uns und unserer Umwelt um. (Fast) alle unsere Gespräche sind sehr aufrichtig, präsent, wertschätzend und haben emotionalen Tiefgang, sind förderlich für unsere Liebsten, welches unsere Nachbarn, Familie, Freunde, Kunde, Lieferanten - unsere Partner eben - sind. Die ersten Thesen starten bereits als "Frühstücks-Psychologen" am frühen Morgen beim Kaffee. Und so entstehen halt auch emphatische Geschichten aus alltäglichen Situationen, die als Analogien fürs Leben dienen.


So auch die heute am Abend entstandene Geschichte vom 𝔅𝔲𝔯𝔤𝔢𝔯-𝔐𝔢𝔦𝔰𝔱𝔢𝔯!



Wir haben festgestellt, dass so ein Burger schon sehr lecker schmecken kann. Egal ob vegetarisch, vegan oder carnivor (kommt aus dem Lateinischen und bedeutet carnis "Fleisch" vorare "gierig fressen" - schon sehr veranschaulicht beschrieben ;)).


Lasst uns den Burger mal als Unternehmen darstellen!


Heute ausnahmsweise die fleischhaltige Variante. Der Beitrag ist allerdings auch für Veggies mit großer Vorstellungskraft geeignet.


Wir benötigen eine Grundlage auf der alles aufbaut, dem Burger-Bun(Brötchen)-Boden. Dies könnten Wertesystem, Leitbilder, Finanzkraft, Zugehörigkeit, Menschenführung, Historie uvw sein. Die traditionellen Botschaften sind die "gesunden" Geschichten - in diesem Falle "Salat" - die das Unternehmen Jahrzehnte mit sich trägt aber mit der Zeit immer Unwichtiger erscheinen. Das Fleischpflanzerl, Patty, Klops, (Achtung, jetzt wird es fränkisch) Haggfleischbaggerla, ist die "eigentliche" Geschichte. Das ist das eigentliche Produkt, die Dienstleistungen, die Verkäufer, Promoter, Storyteller, Fürsprecher... Der Klops in der Mitte ist der Grund, weshalb EURE Kunden anbeißen! So viel schon mal vorab ;)


Dann folgen noch einige SchiSchi-Komponenten (sautierte Zwiebeln in Rotwein Wildpreiselbeeren, geschmorter Camembert und gerösteter Putenschinken - sieht nach außen wunderbar aus, ist aber meist unnötig und sehr gehaltvoll), ein par Foux-du-FaFa-Adds (https://www.youtube.com/watch?v=EuXdhow3uqQ Cheddar-Raspeln, Gurkensalatsplitts - gesund... aber keinem fällt es auf den ersten Blick auf) und ein paar Toppings als Geschmacksverstärker (Mayo, Aioli, Ketchup, Umami - extrem zuckerhaltig, fett und unnötig - dies können Prozesse, Traditionen, Königreiche, Prinzipien, noch eine neue Software usw. sein).


Dann den Deckel oben druff - die Außendarstellung! Alles was werblich möglich ist - ob authentisch oder exzentrisch... ob wahr oder Wunschwelt, manches mal auch Schein - Hauptsache modern.


Wir haben mit unserem Netzwerkpartnern eine Vielzahl an Klein-, Mittel und Großbetrieben untersucht und festgestellt, dass in tatsächlich vielen Unternehmen der vermeintlich verlorene Geschmack (ausbleibendes Umsatzwachstum, scheiternde Strategieumsetzung...) der Fokus auf "Geschmacksverstärkung" gelegt wird. Also noch mehr Außendarstellung (Mayonnaise & Co.). Noch mehr Fassade (Lebensmittelfarbe - Hauptsache es sieht gut aus). Noch mehr Prozesse. Noch mehr Lean-5S-Kaizen-Schwarzergürtel-Change-Management. Noch mehr Beratungsunternehmen. Alles! Nur eines bleibt aus. Kaufende Kunden! Und weshalb? Weil wir häufig vergessen, WER in unserem Unternehmens-Restaurant sitzt. Und... wer eigentlich dieses "traumhafte" Konstrukt zusammenhält. Dies sind oft die kleinen wertschätzenden Verhalten und Gesten, die Kulturen, der Team-Spirit, Mitarbeiter mit Unternehmergeist, Leistungsträger => die, die den Zusammenhalt garantieren, diejenigen, die nicht nach Glutamat und laktosefrei fragen, jene die sich nicht zu schade sind, sondern anpacken und ihr Umfeld festigen).


Unsere Gesellschaft hat sich verändert - wir befinden uns inmitten eines neuen Zeitalters. Generationen mit neuen Ansichten und Werten. Das Qualitätsbewusstsein ist enorm gestiegen und wird es weiterhin tun. Die Frage nach "Beilagen" hat sich verändert. Ist es immer noch der Burger nach dem gefragt wird oder sind es neue Kompositionen (Digitalisierung, KI...) um den Klops. Erwartet der Kunde heutzutage Dips (Dienstleistungen rund um das eigentliche Produkt worin abgetaucht... oder besser eingetaucht wird)? Sind es nunmehr neue Formen (orientalische Falafel -speaking of "Internationalisierung" ;) anstelle von gewöhnlichen Talern). Benötigt der heutige Kunde (Restaurant-Gast: übrigens wird in Japan der Kunde als "Gast in Unserem Hause" bezeichnet) überhaupt noch ein Trägermedium (Kohlehydrathaltiges Brötchen) oder bedarf es anderweitigen Hilfsmitteln (Besteck anstelle von Händen)? Will er tatsächlich noch zu dir ins Lokal kommen oder musst du in Zukunft bei ihm sein (Resident-Engineering zum Beispiel - also du kochst dann direkt beim Kunden)?


Könnt ihr euch erinnern, worin der Fokus liegt? Natürlich... beim Kunden! Eurem Restaurant-Gast!


Fünf Tipps für ein einfaches Wachstum:


  1. Stellt eure Kunden (Gast) in den absoluten Mittelpunkt eurer Handlungen! Zu jeder Zeit!

  2. Überlegt nochmal, was eure Botschaft eigentlich ist oder war - multifunktionales Fleischpflanzerl oder statischer Burger, Imbiss oder Restaurant, ToGo oder Lieferservice...

  3. Wer sind eure Performer, Stützen, Leuchttürme, Emotionsbolzen, Leidenschaftler (unten im Bild ist der Performer des Burgers zu sehen)

  4. Worauf legt ihr euren Fokus? Unnötige Prozesse oder qualitativ hochwertiges Produkt? Beim Kunden kochen oder in der Kantine... weil´s halt schon immer "so" war?

  5. Fragt mehr und hört zu, nach was die wandelnden Generationen fragen. Sowohl bei euren Kunden (Einkäufer) als auch bei eueren Mitarbeitern.


Und hier die Auflösung. Der eigentliche Star des Beitrages. Nicht zu sehen, geschmacklos, und auch schmerzhaft, wenn man ihm aus Versehen zu nahe kommt. Der Zahnstocher! Nicht der Bild